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Junge Leute und Schulden – Erwachsene können noch weniger mit Geld umgehen

Mai 8th, 2011 in Allgemeine Themen, News

Der Nationalrat will Massnahmen ergreifen, damit junge Leute weniger verschuldet sind und besser mit Geld umgehen können. Experten sind kritisch.

Rund ein Viertel der Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren würden heute mehr Geld ausgeben, als sie überhaupt besitzen und um dies zu realisieren, auch hohe Konsumkredite aufnehmen. Aus diesem Grund will die Wirtschaftskommission (WAK) mit Gegenmassnahmen eingreifen. Sie verfolgt dabei das Ziel, dass Firmen, welche Konsumkredite vergeben, einen Teil des damit generierten Umsatzes in Präventionsprogramme gegen die Jugendverschuldung investieren müssen. Der Entscheid im Nationalrat fiel mit zwölf zu elf Stimmen zwar knapp aus. Doch die WAK hiess die Initiative von des Genfers Liberalen Hugues Hiltpold gut. Nun geht der Vorstoss an den Ständerat.

Wie hoch die Abgaben der Kreditinstitute an die Massnahmen sein werden, ist allerdings noch offen. Die Rede war allerdings von einem Prozent des Umsatzes.

Ältere Menschen sind mehr verschuldet
Nicht ganz gleicher Meinung wie der Nationalrat sind Experten, bei denen die Massnahme auf Kritik stösst. „Zwar seien Präventionen gegen Verschuldungen sehr willkommen“, betont Mario Roncoroni, Geschäftsführer der Berner Schuldenberatung. „Doch die höchste Verschuldungsrate liegt bei Menschen zwischen 35 und 55 Jahren. Daher ist es nicht sinnvoll, den Fokus auf die Jugend zu legen. Viel besser wäre, die Prävention auf alle Altersgruppen auszuweiten.“

Eine Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz vom Jahr 2007 zeigt, wie es tatsächlich mit der Jugendverschuldung aussieht. Rund 38 Prozent der 18- bis 24- jährigen Deutschschweizer haben offene Verpflichtungen. Aber bei mehr als der Hälfte liegt dieser Betrag unter 1 000 Franken. Schulden werden vor allem innerhalb der Familie oder des Freundeskreises gemacht. Elf Prozent der jungen Erwachsenen haben ein Leasing oder Abzahlungsbetrag in einer durchschnittlichen Höhe von 2 000 Franken offen.

Prävention stösst auf Kritik
Gar nicht begeister von dem Beschluss der WAK zeigt sich die Dachorganisation der Schweizerischen Kreditbanken und Finanzierungsinstitute und begründet die Prävention gar als „unsinnige und ungerechtfertigte Sondersteuer“.

Eine solche Prävention hält auch Caritas-Schuldenberater Jürg Gschwend nicht von Nöten. Er würde es vielmehr begrüssen, wenn der Bund zusätzliches Geld in den Ausbau der bisherigen Schuldenberatungsstellen stecken würde, da diese stark überlastet sind und somit die Zeit für eine ausführliche Beratung fehlt.

Quelle: www.tagesanzeiger.ch

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